Baufinanzierungsbegriffe – Buchstabe A

Abgeschlossenheitsbescheinigung

Die Abgeschlossenheitsbescheinigung ist ein amtliches Dokument, welches auf Basis des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) die Abgeschlossenheit einer Wohneinheit bescheinigt. Jede abgeschlossene Wohneinheit wird durch Wände sowie eine Decke begrenzt und muss über einen abschließbaren Zugang verfügen. Für die Begründung von Wohneigentum und Teileigentum ist eine Abgeschlossenheitsbescheinigung elementare Voraussetzung.

Ablösung

Die Ablösung beschreibt die vorzeitige Rückzahlung eines Kredits. Im Normalfall erfolgt dies durch ein Darlehen bei einem anderen Kreditgeber, kann aber grundsätzlich auch durch andere Geldmittel geschehen. Im Bereich der Baufinanzierung lässt sich nur selten eine Ablösung beobachten, da vorzeitige Kündigungen von Baudarlehen kaum möglich sind. In solchen Fällen ist zudem immer eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen.

Abschlussphase

Als Abschlussphase wird die erste der vier Phasen des Bausparens bezeichnet. In dieser Phase geht es um die Suche nach einem Tarif mit passenden Konditionen für das jeweilige Anlageziel. Der Abschlussphase eines Bausparvertrags sollte stets eine sorgfältige Planung der leistbaren Einzahlungen sowie des Zeitraums bis zur Erreichung der Zuteilungsreife vorausgehen.

Absetzung für Abnutzung (AfA)

Bei der Absetzung für Abnutzung geht es um die steuerliche Wertminderung von Objekten des Anlagevermögens im Zeitverlauf. Immobilienbesitzer können die Anschaffungskosten einer Immobilie immer dann von der Steuer absetzen, wenn sie mit ihrem Gebäude durch Vermietung Einnahmen erzielen. In einem solchen Fall lassen sich 50 Jahre lang jedes Jahr 2% des Kaufpreises (nur die Immobilie, nicht das Grundstück) steuerlich als Ausgaben geltend machen. Dies gilt allerdings nicht für selbstgenutzte Immobilien.

Allgemeine Bedingungen für Bausparverträge (ABB)

Die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge beschreiben grundlegende Vertragsbedingungen für die Geschäfte zwischen Bausparkassen und Anlegern sowie Kreditnehmern. Da das Geschäft in vielen Bereichen durch das Bausparkassengesetz (BausSparkG) geregelt wird, sind die ABB bei vielen Bausparkassen ähnlich. Der gesetzliche Rahmen gibt zudem auch Mindestinhalte für die ABB vor, die verbindlich geregelt werden müssen.

Anfängliche Tilgung

Die anfängliche Tilgung ist eine Bestimmungsgröße, mit der Kreditnehmer den Tilgungsanteil der ersten Rückzahlungsrate einer Baufinanzierung festlegen können. Sie heißt anfängliche Tilgung, weil der Tilgungsanteil innerhalb der Rate mit jedem Monat ansteigt, während der Zinsanteil sinkt. Dies liegt an der Tatsache, dass Kreditnehmer stets nur auf den Restkreditbetrag Zinsen zahlen müssen. Die gewählte anfängliche Tilgung beeinflusst die Höhe der Rückzahlungsrate sehr stark. Diese fällt nämlich so aus, dass die gewünschte anfängliche Tilgung (prozentualer Anteil der Kreditsumme) selbst bei konstanter Tilgung im ersten Jahr erreicht würde. Durch den steigenden Tilgungsanteil während des Jahres liegt die tatsächliche Tilgung im ersten Jahr letztlich sogar etwas höher als die zu Beginn festgelegte anfängliche Tilgung.

Annuitätendarlehen

Das Annuitätendarlehen ist die häufigste Form der Baufinanzierung. Das wichtigste Merkmal eines solchen Darlehens sind die gleichbleibenden monatlichen Rückzahlungsraten (Annuitäten), wobei der Zinsanteil an der Rate kontinuierlich zu Gunsten des Tilgungsanteils sinkt. Für die Nutzer einer Baufinanzierung bringen die konstanten Rückzahlungsraten zudem eine sehr gute Planbarkeit mit sich.

Annuitätenrechner

Mit einem Annuitätenrechner ist es möglich, anhand vorher eingegebener Daten wie der Kreditsumme, des gebundenen Sollzinses und der anfänglichen Tilgung die entsprechende Rückzahlungsrate zu berechnen. Ein solcher Kreditrechner hilft also dabei, bereits im Voraus ungefähr die monatlichen Belastungen durch eine Baufinanzierung zu planen. Konkrete Angebote von Banken werden mit einem Annuitätenrechner im Normalfall hingegen nicht verglichen.

Anschlussfinanzierung

Eine Anschlussfinanzierung kommt zum Einsatz, wenn die Zinsbindung einer Baufinanzierung abgelaufen ist und noch eine Restschuld verbleibt. Diese muss über eine sogenannte Anschlussfinanzierung weiterfinanziert werden. An diesem Punkt stehen Kreditnehmern zwei Wege offen, denn sie können entweder bei der bisherigen Bank verbleiben (Prolongation) oder die Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank durchführen (Umschuldung). Eine Sonderform der Anschlussfinanzierung stellt zudem das Forward-Darlehen dar.

Anschlussfinanzierungsrechner

Ein Anschlussfinanzierungsrechner ist vor allem in Bezug auf das Forward-Darlehen interessant. Mit ihm lässt sich berechnen, zu welchem Zeitpunkt unter Berücksichtigung der Bereitstellungszinsen und der Zinsersparnis der Abschluss eines Forward-Darlehens besonders interessant ist. Darüber hinaus kann ein Anschlussfinanzierungsrechner auch dabei helfen, ein attraktives Darlehen für die eigene Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung zu finden.

Anschlusskosten

Die Anschlusskosten sind ein Teil der Erschließungskosten bei Neubauten. Dabei geht es vor allem um den Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz. Dieses umfasst die Wasserversorgung sowie die Abwasserentsorgung und zudem auch die Stromversorgung. Zusätzlich erfolgt ein Anschluss an das Telekommunikationsnetz. Gemeint ist bei den Anschlusskosten die Überbrückung der Strecke zwischen Haus und Grundstücksgrenze.

Arbeitsgeberdarlehen

Das Arbeitsgeberdarlehen stellt eine alternative oder ergänzende Möglichkeit dar, die Kosten einer Baufinanzierung zu decken. Es wird als zivilrechtlicher Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber abgeschlossen und über verringerte Lohnzahlungen getilgt. Die Vorteile liegen oftmals in einem geringeren Verwaltungsaufwand und besseren Konditionen für Kreditnehmer. Es sollte jedoch bedacht werden, dass Arbeitnehmer keinen Anspruch darauf haben, da es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers handelt.

Auflassung

Bei der Auflassung handelt es sich um einen Rechtsbegriff, der die Einigung zwischen Käufer und Verkäufer eines Grundstücks ausdrückt. Rein rechtlich bedeutet dies, dass das Eigentum am erworbenen Grundstück auf den Käufer übergeht. In der Praxis ist damit die Eintragung des Käufers als neuer Eigentümer ins Grundbuch gemeint. Die Auflassung ist im Normalfall Teil des notariellen Kaufvertrags und findet ca. 6-8 Wochen nach dessen Unterzeichnung statt.

Auflassungsvormerkung

Die Auflassungsvormerkung ist die Vorstufe zur sogenannten Auflassung. Sie stellt einen Vermerk im Grundbuch dar, der die Rechte des Käufers auf das jeweilige Grundstück sichert. Ab dem Zeitpunkt der Eintragung ist das Grundbuch für den Verkäufer gesperrt. Erst wenn die Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen ist, überweist der Käufer im Normalfall den vereinbarten Kaufpreis an den Verkäufer.

  • Stiftung Warentest - Finanztest. Im Test 21 Baufinanzierer. Dr. Klein belegte den 3. Platz mit der Note 2,2 (gut). Ausgabe März 2017

    Stiftung Warentest – Finanztest 2017

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