Baufinanzierungsbegriffe – Buchstabe E

Effektiver Jahreszins

Der effektive Jahreszins gibt die mit einer Finanzierung direkt verbunden Kosten wieder. Dabei handelt es sich nicht nur um den Nominalzins, sondern auch um weitere Kostenpunkte wie ein Disagio, eine eventuelle Vermittlungsgebühr oder die Kosten zur Wertermittlung einer bestimmten Immobilie. Der effektive Jahreszins muss zudem nach einem gesetzlich festgelegten Verfahren vom Anbieter ermittelt werden, was ihn zu einem guten Vergleichskriterium für die Kosten einer Baufinanzierung macht.

Eigenbedarf

Der Begriff Eigenbedarf wird vor allem im Mietrecht verwendet. Vermieter haben nämlich nur unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, einen Mietvertrag zu kündigen. Eine Option ist dabei die Kündigung wegen Eigenbedarfs. Möchte ein Vermieter also selbst in die jeweilige Wohnung einziehen oder direkte Verwandte einziehen lassen, ist eine Kündigung im Rahmen der jeweiligen Kündigungsfrist zulässig.

Eigenheim

Als Eigenheim gilt eine Immobilie, die vom Käufer später selbst bewohnt wird. Dies stellt den Standardfall bei Immobilienkäufen hierzulande dar, denn viele Menschen träumen vom eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung. Wird ein Objekt hingegen erworben, um damit Mieteinnahmen zu generieren oder die Immobilie zu einem höheren Preis weiterzuverkaufen, fungiert die Immobilie als Kapitalanlage.

Eigenheimrentengesetz

Das Eigenheimrentengesetz ist das Regelwerk für die Eigenheimrente, die auch als Wohnriester bezeichnet wird. Wer eine Immobilie selbst nutzt, kann Entnahmen aus seinem Riesterrenten-Vertrag tätigen und damit das Darlehen abbezahlen. Die staatliche Förderung in Form der Zulagen bleibt dabei komplett erhalten, solange sich die Immobilie auch langfristig im Besitz des Geförderten befindet. Interessenten sollten hier bedenken, dass die Eigenheimrente einer nachgelagerten Besteuerung unterliegt.

Eigenleistungen

Wenn der künftige Immobilienbesitzer beim Bau seines Hauses einen Teil der Bauarbeiten selbst übernimmt, können diese Eigenleistungen zu einem gewissen Teil als Eigenkapital anerkannt werden. Die Obergrenze der Anerkennung liegt bei 15% der Darlehenssumme, wobei in den meisten Fällen eher eine Eigenleistung von 5-10% realistisch erscheint. Gängige Eigenleistungen stellen dabei Arbeiten wie das Tapezieren, die Wärmedämmung für das Dach oder auch der Garten- und Terrassenbau dar.

Eigenkapital

Der Begriff Eigenkapital wird in verschiedenen Bereichen mit leicht abgewandelten Bedeutungen verwendet. In Bezug auf die Baufinanzierung stellt das Eigenkapital die Geldsumme dar, die beim Bau oder Kauf einer Immobilie von Kreditnehmer selbst gestellt wird. Dabei gilt ein Eigenkapital von 20-30% des Kaufpreises als grobe Richtschnur, um eine Immobilienfinanzierung hinreichend abzusichern und dabei günstige Konditionen realisieren zu können. Banken erkennen zudem Eigenleistungen des Kreditnehmers beim Hausbau mit bis zu 15% der Darlehenssumme als Eigenkapital an.

Eigentümergrundschuld

Bei einer Eigentümergrundschuld handelt es sich um eine Grundschuld, die den Grundstückeigentümer sowie den Grundschuldgläubiger auf eine Person vereint. In der Praxis wird eine solche Eigentümergrundschuld nur dann bestellt, wenn sich der Grundstückseigentümer damit die oberen Ränge im Grundbuch sichern möchte, um bei späteren Kreditaufnahmen die Rangordnung selbst festzulegen. Die Ränge der Grundschulden bestimmten nämlich die Reihenfolge, nach der Gläubiger bei einer Zwangsversteigerung befriedigt werden. Eine Eigentümergrundschuld kann auch per Gesetz entstehen, wenn eine Hypothek nach Ablösung der Forderung oder eine Fremdgrundschuld nach Abtretung durch den Gläubiger zur Eigentümergrundschuld wird.

Elementarschadenversicherung

Die Elementarschadenversicherung gehört zu den Wohngebäudeversicherungen und sichert Objekte gegen die Folgen extremer Naturereignisse ab. Dazu gehören unter anderem Sturm- und Hagelschäden, Schäden durch Lawinen oder auch Hochwasser und Erdbeben. Die Elementarschadenversicherung schützt allerdings nicht vor Feuer. Da dies aber sehr wichtig ist, schließen viele Immobilienbesitzer gleich eine komplette Wohngebäudeversicherung ab, die Feuerschäden mit Elementarschäden verbindet.

Endfälliges Darlehen

Das endfällige Darlehen ist eine Form der Baufinanzierung, bei der die Tilgung der Kreditsumme nicht im Zeitverlauf erfolgt, sondern mit einer großen Schlussrate. Während der Laufzeit entrichtet der Darlehensnehmer hingegen lediglich die regelmäßig anfallenden Zinsen. Der Vorteil des endfälligen Darlehens liegt in den geringeren Rückzahlungsraten und in der Möglichkeit, Kapital für die Rückzahlung anzusparen. Die Nachteile zeigen sich vor allem in deutlich höheren Zinskosten, da die Kreditsumme während der Laufzeit nicht kleiner wird, und in der hohen Schlussrate.

Energieausweis

Ein Energiepass muss mittlerweile beim Kauf einer Immobilie vom Verkäufer vorgelegt werden. Er beschreibt die Energieeffizienz eines Objektes anhand einer Einstufung in verschiedene Energieeffizienzklassen. Klasse A beschreibt dabei eine besonders gute Energieeffizienz, wohingegen Klasse I am unteren Ende der Skala zu finden ist. Das Dokument kann sowohl auf Basis des Energiebedarfs als auch des Verbrauchs erstellt werden. Aus einem Energiepass (oder auch Energieausweis) lassen sich bisher keinerlei Ansprüche als Käufer oder auch Mieter ableiten. Aktuell dient er lediglich der Information.

Erbbauberechtigter

Ein Erbbauberechtigter kann das zeitlich begrenzte Recht in Anspruch nehmen, ein Gebäude auf einem fremden Grundstück zu errichten und dieses für eigene Zwecke zu nutzen. Als Gegenleistung muss er dafür einen Erbbauzins an den Grundstücksbesitzer entrichten. Ein Erbbaurecht wird im gesonderten Erbbaugrundbuch eingetragen und gilt häufig für Laufzeiten von 75 bis 99 Jahren.

Erhaltungsaufwand

Zum Erhaltungsaufwand gehören alle Kosten, die bei der Instandhaltung einer Immobilie entstehen. Häuser und Wohnungen nutzen sich Bewohnen und andere Verwendung ab, was mitunter auch einen Wertverlust bedeuten kann. Aus diesem Grund sind Instandhaltungsmaßnahmen wie die Erneuerung des Dachs oder der Ersatz der Heizungsanlage in gewissen Zeitintervallen nötig. Erhaltungsaufwand lässt sich immer dann von der Steuer absetzen, wenn mit der Immobilie Mieteinnahmen generiert werden oder diese einer anderen betrieblichen Nutzung unterliegt.

Erschließungskosten

Erschließungskosten fallen an, wenn ein Grundstück vor der Bebauung zunächst an das Wasser- und Stromnetz sowie an die Telekommunikationsinfrastruktur angeschlossen werden muss. Zusätzlich kann bei abgelegenen Grundstücken auch die Erschließung an den Verkehr durch den Bau einer Straße und eines Bürgersteigs notwendig sein. Bauherren erhalten in vielen Fällen nur dann eine Baugenehmigung für ein Grundstück, wenn auch die Erschließung gewährleistet wird. Dabei handelt es sich um einen Beitrag, der vom Grundstücksbesitzer an die Kommune oder entsprechende Versorgungsämter geleistet wird. Der Erschließungsbeitrag beträgt dabei maximal 90 Prozent der gesamten Erschließungskosten.

Ertragswert

Beim Ertragswert handelt es sich um eine wichtige Bemessungsgrundlage, die in verschiedenen Zusammenhängen zum Einsatz kommt. So wird beispielsweise bei einem Unternehmensverkauf der Ertragswert ermittelt, indem eine Schätzung des künftigen Umsatz- und Gewinnpotenzials erfolgt. Eine ähnliche Form der Bewertung kann auch bei Gewerbeimmobilien oder vermieteten Wohnungen vorgenommen werden. Für selbst genutzte Immobilien erfolgt die Bewertung eher nach Sachwert- oder Vergleichswertverfahren, um den Beleihungswert zu ermitteln. Bei diesem Wert handelt es sich um den langfristig erzielbaren Kaufpreis einer Immobilie, der gleichzeitig die absolute Obergrenze für die Beleihung darstellt.

EURIBOR

Die Euro Interbank Offered Rate (EURIBOR) beschreibt einen Referenzzinssatz für Termingelder im Interbankenhandel. Wenn eine Bank einem anderen Kreditinstitut kurzfristig Geld leiht, wird dabei ein Zinssatz erhoben, der sich am EURIBOR orientiert. Darüber hinaus wird der EURIBOR auch für kurzfristige und variabel verzinste Darlehen als Grundlage betrachtet. Steigt der EURIBOR, steigen im Normalfall auch die Zinsen für variabel verzinste Baufinanzierungen und umgekehrt.

  • Stiftung Warentest - Finanztest. Im Test 21 Baufinanzierer. Dr. Klein belegte den 3. Platz mit der Note 2,2 (gut). Ausgabe März 2017

    Stiftung Warentest – Finanztest 2017

  • Über 60 Jahre Erfahrung als Finanzpartner

    Stellen Sie eine unverbindliche Finanzierungsanfrage an die Spezialisten von Dr. Klein.

    Finanzierungsanfrage
Empfiehl uns weiter auf:
0
Posted in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.