Baufinanzierungsbegriffe – Buchstabe F

Fertighaus

Ein Fertighaus besteht aus vorgefertigten Teilen und wird auf dem gewünschten Grundstück lediglich noch montiert. Wer sich für ein Fertighaus interessiert, arbeitet dabei oftmals mit einem Bauträger zusammen, der die Häuser schlüsselfertig verkauft. Der große Vorteil bei Fertighäusern liegt in dem verhältnismäßig günstigen Preis, wohingegen individuelle Wünsche deutlich schwerer berücksichtigt werden können. Ein Fertighaus lässt sich wie ein Haus in Massivbauweise durch einen Baukredit finanzieren.

Fertigstellungsbürgschaft

Die Fertigstellungsbürgschaft ist im Zuge eines Hausbaus eine wichtige Form der Absicherung für den Bauherrn. Sollte die Baufirma während der Bauarbeiten Insolvenz anmelden müssen, übernimmt der Bürge (im Normalfall eine Bank oder eine Kautionskasse) die Garantie für die Bauausführung uns sichert Überzahlungen, Schadenersatz und Gewährleistung in einer vertraglich festgelegten Höhe ab. Die Fertigstellungsbürgschaft wird dabei nicht vom Bauherrn, sondern vom jeweiligen Bauunternehmer mit dem Bürgen vereinbart.

Festdarlehen

Der Begriff Festdarlehen beschreibt ein Darlehen mit endfälliger Tilgung. Die Baufinanzierung wird also nicht bereits während der Laufzeit getilgt, sondern mit einer großen Schlussrate. Im Normalfall schließt der Darlehensnehmer gleichzeitig eine Lebensversicherung ab, in die er während der Kreditlaufzeit einzahlt. Mit dem dort angesparten Kapital tilgt er am Ende das Festdarlehen. Da zunächst keine Tilgung erfolgt, bringen Festdarlehen häufig deutlich höhere Zinskosten mit sich als Annuitätendarlehen.

Festzins

Beim Festzins handelt es sich um einen festgelegten und gebundenen Sollzinssatz für Finanzierungen oder auch Geldanlagen. Dieser bleibt über eine vertraglich vereinbarte Laufzeit (bei Baufinanzierungen die Zinsbindung) fest und unterliegt währenddessen nicht mehr der Entwicklung des Marktes. Während der Zinsbindungsfrist lässt sich eine Baufinanzierung zudem kaum vorzeitig ablösen. Banken können ein entsprechendes Ansinnen im Normalfall ablehnen und müssen nur bei wirklich triftigen Gründen zustimmen. Zudem berechnen sie in solchen Fällen auch noch eine recht hohe Vorfälligkeitsentschädigung.

Feuerrohbauversicherung

Eine Feuerrohbauversicherung sichert Schäden am Rohbau durch Brände, Explosionen und Blitzeinschläge ab. Da entsprechende Schäden den Bau einer Immobilie erheblich verzögern und deutlich teurer gestalten können, gehört die Feuerrohbauversicherung zu den Basisabsicherungen für Bauherren. Wahlweise können Bauherren auch schon in der Bauphase eine Wohngebäudeversicherung abschließen, die eine Feuerrohbarversicherung enthält. Hier sollte lediglich auf die Laufzeit der Rohbauabsicherung geachtet werden, da diese zeitlich begrenzt wird.

Finanzierungsformen

Wer eine Immobilie finanzieren möchte, kann aus verschiedenen Arten der Baufinanzierung wählen. Diese Finanzierungsformen umfassen das klassische Annuitätendarlehen mit gebundenem Sollzins und gleichbleibenden Raten, das Festdarlehen mit großer Schlussrate, das Volltilgerdarlehen ohne Eigenkapital, das Bauspardarlehen oder auch Baufinanzierungen mit variablem Zinssatz. Darüber hinaus steht zur Anschlussfinanzierung auch noch das Forward-Darlehen zur Verfügung, welches bis zu 5 Jahre vor der Inanspruchnahme abgeschlossen werden kann, um sich aktuelle Zinsen zu sichern.

Finanzierungsplan

Ein Finanzierungsplan ist ein wichtiges Element bei der Finanzierung des Kaufs oder Baus einer Immobilie. Darin werden die Gesamtkosten für das Objekt, das Eigenkapital sowie der Finanzbedarf genau kalkuliert. Ferner lässt sich bereits errechnen, wie viel Geld monatlich für die gewünschte Baufinanzierung zur Verfügung steht. In dem Finanzierungsplan sollten auch zusätzliche Finanzierungskanäle wie Bauspardarlehen oder staatliche Förderungen aufgenommen werden, um ein möglichst umfassendes Bild der Finanzierungssituation zu erhalten.

Flurstück

Unter einem Flurstück wird ein amtlich vermessener Teil der Erdoberfläche bezeichnet. In Deutschland ist ein Flurstück die kleinste Buchungseinheit im Liegenschaftskataster und kann somit genau benannt und identifiziert werden. Ein Grundstück kann dabei in Deutschland aus einem oder mehreren Flurstücken bestehen, wohingegen die Eigentumsgrenzen auch immer Grenzen für Flurstücke bilden. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, dass ein Flurstück mehrere verschiedene Eigentümer aufweist.

Fördermittel

Mitunter kann es vor dem Kauf oder Bau einer Immobilie sinnvoll sein, die Möglichkeiten für eventuelle staatliche Förderungen zu checken. Gerade im energetischen Bereich bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sehr interessante Förderprogramme in Form von vergünstigten Krediten und Tilgungszuschüssen. Darüber hinaus können auch andere regionale Förderungen dabei helfen, die effektiven Kosten einer Baufinanzierung zu senken. Hierbei sollten Kreditnehmer bedenken, dass Fördermittel nahezu immer an gewisse Bedingungen geknüpft sind.

Forward-Darlehen

Das Forward-Darlehen ist eine besondere Form der Anschlussfinanzierung. Hierbei kann der Kreditnehmer innerhalb eines Zeitraums von bis zu 5 Jahren vor dem Ablauf seiner Zinsbindung die neue Anschlussfinanzierung abschließen. Der große Vorteil liegt darin, dass sich ein eventuell besonders attraktives Zinsniveau für die Zukunft sichern lässt. Für den Zeitraum bis zur Inanspruchnahme (Forward-Periode) müssen Kreditnehmer allerdings einen kleinen Zinsaufschlag hinnehmen, der allerdings erst mit dem normalen Darlehen zu tilgen ist. Klassische Bereitstellungszinsen in der Forward-Phase fallen hingegen nicht an. Grundsätzlich eignet sich ein Forward-Darlehen immer dann, wenn das Zinsniveau niedrig ist und es noch eine Zeit lang dauert, bis die Zinsbindung der eigenen Baufinanzierung abgelaufen ist.

Fremdkapital

Der Begriff Fremdkapital wird hauptsächlich im Umfeld von Unternehmen genutzt und beschreibt alle finanziellen Mittel, die von Außenstehenden zur Verfügung gestellt und innerhalb eines festgelegten Zeitraums zurückgezahlt werden müssen. In Bezug auf die Baufinanzierung handelt es sich also um die Kreditsumme der Baufinanzierung, die im Normalfall aber nur einen Teil der Finanzierung ausmacht. Der Rest wird durch das Eigenkapital des Kreditnehmers gestellt.

Fremdwährungsdarlehen

Das Fremdwährungsdarlehen ist eine weitere Möglichkeit, die eigene Baufinanzierung anzugehen. Der Kredit funktioniert wie ein herkömmliches Darlehen, jedoch wird dieser in einer anderen Währung aufgenommen. Dabei sind vor allem die Währungen interessant, deren Volkswirtschaften ein besonders niedriges Zinsniveau mit sich bringen. Im Normalfall wird der Zinssatz wenn überhaupt nur sehr kurz festgeschrieben und passt sich somit dem jeweiligen Marktgeschehen an. Dem Vorteil der vermeintlich niedrigen Zinsen steht der Nachteil von Wechselkursrisiken gegenüber. Darüber hinaus können variable Zinsen mittelfristig zudem für höhere Kosten sorgen.

  • Stiftung Warentest - Finanztest. Im Test 21 Baufinanzierer. Dr. Klein belegte den 3. Platz mit der Note 2,2 (gut). Ausgabe März 2017

    Stiftung Warentest – Finanztest 2017

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