Baufinanzierungsbegriffe – Buchstabe G

Gebäudehaftpflichtversicherung

Eine Gebäudehaftpflichtversicherung sichert Personen- und Sachschäden ab, die Dritte durch das jeweilige Gebäude erleiden müssen. Dazu zählen Schäden infolge eines Einsturzes oder die Ablösung einzelner Teile wie Dachziegel. Eine solche Police ist jedoch nur für Personen wichtig, die eine Immobilie nicht selber bewohnen, sondern an andere Personen vermieten. Selbst bewohnte Immobilien werden durch die eigene private Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Gemeinschaftsordnung

Die Gemeinschaftsordnung spielt in einer Wohneigentümergemeinschaft eine wichtige Rolle, da sie die entscheidenden Aspekte wie Stimmrechtsverteilung und Nutzungsrechte regelt. Die einzelnen Wohneigentümer eines Gebäudes vereinbaren in der Gemeinschaftsordnung zudem auch, wie die Kostenverteilung aussieht und in welcher Höhe das Hausgeld für Sanierungen und Reparaturen am Objekt erhoben wird. Wer sich eine Eigentumswohnung in einem Haus kauft, wird dabei Teil der Wohneigentümergemeinschaft und muss sich an die Regelungen der Gemeinschaftsordnung halten, die nur einstimmig verändert werden kann.

Gesamtschuld

Wenn mehrere Personen gemeinsam eine Baufinanzierung in Anspruch nehmen, haften sie im Rahmen einer Gesamtschuld für die Rückzahlung des Darlehens. Nach §421 BGB hat der Gläubiger (die Bank) in diesem Fall das Recht, nach eigenem Belieben die geschuldete Rückzahlung von jedem der Schuldner ganz oder zu einem gewissen Teil zu fordern. Die einzelnen Gesamtschuldner können sich also nicht darauf berufen, dass es noch weitere Gesamtschuldner gibt. Zahlt allerdings ein Gesamtschuldner mehr als seinen Anteil, kann er die Differenz von seinen Mitschuldnern zurückverlangen.

Grundbuch

Das Grundbuch ist ein Gesamtregister über alle Grundstücke in einer Gemeinde, welches beim Grundbuchamt der entsprechenden Region geführt wird. Jedes Grundstück erhält darin ein Grundbuchblatt, in dem alle wichtigen Informationen zu den Ausmaßen sowie den Eigentums- und Schuldverhältnissen verzeichnet sind. Jedes Grundbuchblatt ist dabei in drei Abteilungen zuzüglich Deckblatt und Bestandsverzeichnis untergliedert. In Abteilung I befinden sich Angaben zum Eigentümer und eventuellen Erbbauberechtigten. Abteilung II beinhaltet eventuelle Nutzungsrechte und Nießbrauchrechte Dritter, während in Abteilung III Hypotheken, Grund- und Rentenschulden eingetragen werden.

Grundbuchamt

Das Grundbuchamt stellt eine Abteilung beim jeweiligen Amtsgericht dar, die das Grundbuch der Region verwaltet. Beim Kauf eines Grundstücks, einer Grundschuldeintragung oder Grundschuldlöschung sowie einer Grundstücksteilung kontaktiert der jeweilige Notar das Grundbuchamt, um die Änderungen zu kommunizieren. Darüber hinaus erstellt das Grundbuchamt entsprechende Grundbuchauszüge und erlaubt somit Berechtigten die Einsichtnahme.

Grundbuchauszug

Ein Grundbuchauszug zeigt alle Eintragungen in das Grundbuchblatt eines bestimmten Grundstücks. Ein solcher Auszug wird im Normalfall von einem Notar angefordert, um durchgeführte Eintragungen von Grundschulden oder anderen Belastungen nachzuweisen. Darüber hinaus haben Personen mit berechtigtem Interesse die Möglichkeit, den Grundbuchauszug eines bestimmten Grundstücks einzusehen.

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer wird immer dann fällig, wenn jemand ein Grundstück oder den Teil eines Grundstücks erwirbt. Als Ländersteuer wird sie von den einzelnen Bundesländern erhoben und weist hierzulande keinen einheitlichen Satz mehr aus. Aktuell liegen die Steuersätze je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent der jeweiligen Bemessungsgrundlage. Steht eine Immobilie auf dem Grundstück, gilt der gesamte Kaufpreis als Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer.

Grundpfandrecht

Ein Grundpfandrecht ist ein dingliches Recht an einem Grundstück. Im Normalfall werden solche Pfandrechte zur Absicherung von Baufinanzierungen genutzt. Der jeweiligen Bank wird also das Recht eingeräumt, die offenen Forderungen bei einem Kreditausfall durch eine Zwangsversteigerung der Immobilie zu decken. Bekannte Grundpfandrechte sind in diesem Zusammenhang die Hypothek und die Grundschuld, die im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt werden. In der Praxis hat die Grundschuld die Hypothek hierzulande immer mehr abgelöst und dient jetzt als dominierendes Grundpfandrecht.

Grundschuld

Die Grundschuld stellt ein dingliches Recht dar, aus einem Grundstück einen bestimmten Geldbetrag zu fordern. Deshalb findet die Grundschuld heute vor allem Verwendung als Sicherheit für eine Immobilienfinanzierung. Kann der Kreditnehmer das aufgenommene Darlehen nicht mehr zurückzahlen, ist die jeweilige Bank berechtigt, die Immobilie einer Zwangsversteigerung zu unterwerfen und daraus die eigenen Forderungen zu befriedigen. Da eine Grundschuld nicht direkt von einer Forderung abhängig ist, kann sie nach Abzahlung eines Darlehens entweder gelöscht oder für anderweitige Finanzierungen in Anspruch genommen werden.

Grundschuldzins

Der Grundschuldzins wird zusammen mit der Grundschuld ins Grundbuch der jeweiligen Immobilie eingetragen. Er hat nichts mit dem Zinssatz für die Baufinanzierung zu tun und muss vom Schuldner im Normalfall auch nicht beglichen werden. Banken lassen einen Grundschuldzins ins Grundbuch eintragen, um sich bei einer Zwangsversteigerung vor zusätzlichen Kosten abzusichern. Im Normalfall betragen Grundschuldzinsen ca. 15 Prozent der Höhe der Grundschuld.

Grundsteuer

Die Grundsteuer wird auf landwirtschaftliche Flächen und bebaubare sowie bebaute Grundstücke erhoben. Sie besteuert den reinen Grundbesitz und ist jährlich zu zahlen. Dabei erhalten die Kommunen die Steuerzahlungen und können durch eigene Hebesätze auch die Höhe der Steuer bestimmen. Ausgehend vom Einheitswert eines Grundstücks wird der Steuermessbetrag ermittelt, auf den die jeweilige Kommune dann ihren individuellen Hebesatz anwendet. Das gesetzliche Minimum für den Grundsteuerhebesatz beträgt 200 Prozent, wobei einige Gemeinden Sätze von bis zu 1.800 Prozent nutzen.

  • Stiftung Warentest - Finanztest. Im Test 21 Baufinanzierer. Dr. Klein belegte den 3. Platz mit der Note 2,2 (gut). Ausgabe März 2017

    Stiftung Warentest – Finanztest 2017

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