Baufinanzierungsbegriffe – Buchstabe L

Laufzeit

Die Laufzeit einer Baufinanzierung beschreibt im Normalfall den Zeitraum bis zur kompletten Rückzahlung des Darlehens. In der Praxis ist mit dem Begriff Laufzeit jedoch häufig auch nur die Dauer der Zinsbindung gemeint. Diese beschreibt den Zeitraum, innerhalb dessen die Zinsen fest vereinbart wurden. Nach Auslaufen der Zinsbindung kann der Kreditnehmer die Restschuld bei der gleichen Bank neu finanzieren (Prolongation) oder zu einer anderen Bank wechseln (Umschuldung). Bei der Anschlussfinanzierung können Laufzeit und Zinsbindung am Ende tatsächlich deckungsgleich sein, wenn das Darlehen komplett abgezahlt wird.

Lebensversicherung

In Bezug auf Baufinanzierungen ist hier häufig die Kapitallebensversicherung gemeint. Diese spielt bei endfälligen Darlehen eine wichtige Rolle, die während der Laufzeit nur durch Zinszahlungen bedient werden. Parallel dazu kann der Kreditnehmer Geld in einer Kapitallebensversicherung einzahlen und das endfällige Darlehen auf diese Weise zum Ende der Laufzeit tilgen. Bei Bedarf lässt sich die Kapitallebensversicherung auch mit einer Risikolebensversicherung (Todesfallschutz) kombinieren, um die Hinterbliebenen im Todesfall finanziell abzusichern und die Tilgung zu gewährleisten.

Legitimation

Vergibt eine Bank Kredite, benötigt sie über den Kreditnehmer entsprechende Informationen zu seiner Person und auch zu seiner Bonität. Erstere werden vom Kreditnehmer in den Kreditantrag eingetragen. Die Bank braucht jedoch zusätzlich eine entsprechende Bestätigung, die durch Aushändigung des Personalausweises oder Reisepasses erfolgt. Wird ein Darlehen online beantragt, kann die Legitimation durch das Postident-Verfahren oder eine Identifizierung per Video-Chat durchgeführt werden.

Liebhaberobjekt

Liebhaberobjekte sind Immobilien, die aufgrund bestimmter Besonderheiten (sehr einsame und abgeschottete Lage oder spezieller Baustil) nur bei sehr wenigen Menschen Interesse hervorrufen. Solche Objekte lassen sich später nur schwierig weiterverkaufen. Aufgrund dessen machen die Banken häufig auch Abstriche in Bezug auf den Beleihungswert, so dass die Finanzierung erschwert wird und die Zinsen höher liegen können.

Lineare Abschreibung

Wer ein Gebäude als Kapitalanlage anschafft, erzielt damit im Normalfall zu versteuernde Mieteinnahmen. Da sich das Gebäude mit der Zeit jedoch abnutzt, dürfen Vermieter die Anschaffungs- oder Herstellungskosten steuerlich abschreiben. Bei der linearen Abschreibung wird jedes Jahr ein fester Prozentsatz vom Kaufpreis der Immobilie (nicht des Grundstücks) berechnet und kann steuerlich geltend gemacht werden. In vielen Fällen liegt der Abschreibungssatz bei 2% pro Jahr, so dass eine Immobilie nach 50 Jahren komplett abgeschrieben wird. Lediglich bei älteren Häusern (Baujahr vor 1925) dürfen 2,5% pro Jahr als Abschreibung geltend gemacht werden. Darüber hinaus existieren für Modernisierungen und auch denkmalgeschützte Immobilien besondere Abschreibungsregelungen.

Löschungsbewilligung

Eine Löschungsbewilligung ist eine Bescheinigung eines Gläubigers (meistens einer Bank), dass sie der Löschung einer Grundschuld zustimmt. Dies ist normalerweise der Fall, wenn eine Baufinanzierung komplett abgezahlt wurde. Es ist jedoch keineswegs unbedingt erforderlich, eine Grundschuld direkt nach der Tilgung löschen zu lassen. Sie lässt sich nämlich für spätere Modernisierungen oder andere Finanzierungen weiter nutzen und kann bei Bedarf entsprechend übertragen werden. Dies ist nämlich deutlich günstiger als die Eintragung einer neuen Grundschuld.

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