Bauzinsen – so bemisst sich der Zinssatz für Ihren Baukredit

Aktuelle Bauzinsen

„Das Zinsniveau für Baufinanzierungen ist aktuell so niedrig wie nie“, „Bauzinsen auf historischem Tief“ – solche Zitate können Sie zurzeit in den Medien sehr häufig lesen. Sie sagen aus, dass es heute grundsätzlich möglich ist, eine Immobilienfinanzierung zu äußerst günstigen Konditionen zu bekommen. Doch was bedeutet das genau für Sie und Ihren geplanten Baukredit? Welche Einflussfaktoren wirken auf die Bauzinsen und wie können Sie Ihr individuelles Zinsniveau verbessern? Diese Fragen beantworten wir in unserem Ratgeber zum Thema Bauzinsen.

Folgende Themengebiete zur Baufinanzierung finden Sie auf dieser Seite:

Zinssatz und Zinsniveau – zwei unterschiedliche Dinge

Wenn es um Baufinanzierungen geht, müssen Sie zwischen dem allgemeinen Zinsniveau und den individuellen Angeboten unterscheiden:

  • Zinsniveau: Das Zinsniveau ergibt sich aus dem Durchschnitt der Zinssätze, zu denen die Banken und Sparkassen Baudarlehen zur Verfügung stellen. Dabei spielen die Rahmenbedingungen auf den Finanzmärkten eine wichtige Rolle. Diese beeinflussen das Zinsniveau – direkt oder indirekt.
  • Individueller Zinssatz: Der Zinssatz Ihrer Baufinanzierung kann in Einzelfällen sogar deutlich vom allgemeinen Zinsniveau abweichen. Hierbei kommen vor allem die Preispolitik der gewählten Bank sowie die individuellen Faktoren Ihrer Baufinanzierung zur Geltung.

Ein fiktives Beispiel verdeutlicht dies:

Effektiver Jahreszins bei niedrigem Zinsniveau hohem Zinsniveau
Kreditnehmer mit sehr guten Rahmenbedingungen
(z.B.: hohes Eigenkapital, Top-Bonität)
1,20%  4,50%
Kreditnehmer mit normalen Rahmenbedingungen  2,00% 6,00%
Kreditnehmer mit mäßigen Rahmenbedingungen 2,99% 7,99%

Wie Sie sehen, müsste ein Kreditnehmer mit besten Rahmenbedingungen bei einem hohen Zinsniveau trotzdem einen höheren Zinssatz in Kauf nehmen als ein Kreditnehmer mit mäßigen Rahmenbedingungen bei einem äußerst niedrigen Zinsniveau. In dem Beispiel würden die beiden Situationen folgenden Zinsrahmen abstecken:

  • Niedriges Zinsniveau: 1,20% – 2,99%
  • Hohes Zinsniveau: 4,50% – 7,99%
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Das Zinsniveau lässt sich somit also quasi mit einer Großwetterlage vergleichen, die Sie als Kreditnehmer nicht beeinflussen können. Lediglich innerhalb dieses Rahmens ist es Ihnen möglich, durch eine gute Bonität oder ein hohes Maß an Eigenkapital die bestmöglichen Konditionen zu finden.

Effektiver Jahreszins

Effektiver Jahreszins vs. gebundener Sollzins – welcher Wert ist der Vergleichsmaßstab?

Beim Vergleich verschiedener Angebote für eine Baufinanzierung werden Ihnen zwei verschiedene Zinsgrößen auffallen:

  1. Der gebundene Sollzins
  2. Der effektive Jahreszins

Schnell stellt sich hier die Frage, auf welchen dieser Zinssätze Sie beim Vergleich der Konditionen achten sollten. Die beiden Zinssätze unterscheiden sich dabei wie folgt:

Gebundener Sollzins Effektiver Jahreszins
– Der Zinssatz zeigt den reinen Kreditzins an
– Wird von der Bank auf Grundlage der eigenen Kalkulation festgelegt
– Neben den reinen Zinskosten zeigt der effektive Jahreszins auch weitere Nebenkosten des Kredits an, die untrennbar mit ihm verbunden sind. Dazu gehören:
– Kontoführungsgebühren
– Vermittlungskosten
– Kosten der Immobilienbewertung
– Berechnung erfolgt auf gesetzlich vorgeschriebene Weise

Daraus geht hervor, dass der effektive Jahreszins das bessere Vergleichsmaß für die Beurteilung der Kosten einer Baufinanzierung ist. Wenn Sie also die Bauzinsen verschiedener Anbieter vergleichen, achten Sie dabei immer auf den effektiven Jahreszins!

Beachten Sie: Es gibt zusätzlich auch Nebenkosten eines Hauskaufs, die nicht im effektiven Jahreszins enthalten sind. Laut § 6 Abs. 4 der Preisangabenverordnung (PangV) müssen Notarkosten und Kosten für die Eintragung der Grundschuld nicht mit eingerechnet werden. Diese sind wie die Grunderwerbsteuer zusätzlich zum Kaufpreis der Immobilie als Nebenkosten zu entrichten. Da Sie jedoch auch anfallen, wenn eine Immobilie komplett aus Eigenmitteln bezahlt würde, sind sie nicht Teil des effektiven Jahreszinses.

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Welche Faktoren beeinflussen die Bauzinsen?

Wie bereits erwähnt, müssen Sie zwischen dem allgemeinen Zinsniveau für Baufinanzierungen und Ihren individuellen Zinskonditionen unterscheiden. Beide werden dabei von ganz unterschiedlichen Faktoren beeinflusst.

Das Zinsniveau – und die Finanzmärkte

Die Einflussfaktoren auf das Zinsniveau für Baufinanzierungen lassen sich am besten aufzeigen, indem man den Vorgang vor der Vergabe einer Baufinanzierung durch die Banken betrachtet:

1. Schritt: Die Bank wählt eine Form der Refinanzierung
Wenn Sie als Kunde einer Bank eine Baufinanzierung in Anspruch nehmen möchten, muss die Bank das Geld auch zur Verfügung stellen können. Somit steht sie vor der Aufgabe, sich vorher das benötigte Kapital zu beschaffen. Dieser als Refinanzierung bezeichnete Vorgang kostet die Bank ebenfalls Geld. Dabei stehen ihr unterschiedliche Optionen offen:

  • Kundengelder: Banken bieten ihren Kunden im Normalfall neben Finanzierungen auch Möglichkeiten zur Geldanlage. Dabei zahlen Kunden eine gewisse Summe an die Bank und erhalten dafür eine entsprechende Verzinsung. Bekannte Anlageformen sind hierbei zum Beispiel das Tagesgeld oder auch das Festgeld. Denkbar erscheinen jedoch auch Versicherungsprämien und Bausparguthaben, wobei es hier auf das Geschäftsfeld der Bank oder der Versicherung ankommt. Die erhaltene Geldsumme kann die Bank nutzen, um damit Baukredite zu vergeben und ihrerseits wieder Zinsen zu generieren. Diese Option ist jedoch gerade bei Baufinanzierungen nicht ausreichend:
    Kunden könnten kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeld jederzeit wieder abheben.
    Selbst besonders festgelegte Anlageformen wie Festgeld haben eine deutlich kürzere Laufzeit als viele Baufinanzierungen.
    Damit die entstehenden Lücken in der Refinanzierung gestopft werden können, muss die Bank also Fremdmittel einsetzen.
  • Kredite der EZB: Wenn sich eine Bank über den Geldmarkt finanzieren möchte, kann sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ein gewisses Kreditkontingent zum aktuellen Refinanzierungssatz (Leitzinssatz) aufnehmen. Doch auch hier gibt es einige potenzielle Probleme:
    Die Kontingente bei der EZB sind begrenzt.
    Die Zinsen sind variabel und könnten bei einer Leitzinserhöhung sehr schnell deutlich steigen.
    Neben der Knappheit der Kreditkontingente ist vor allem das Zinsrisiko durch die geringe Zinsbindung ein unkalkulierbarer Aspekt. Im schlimmsten Fall müsste die Bank deutlich höhere Zinsen an die EZB zahlen als sie für ihre Baukredite von den Kunden erhält. Über die Laufzeit normaler Zinsbindungsfristen bei Baudarlehen von 10bis 20 Jahren wäre das Risiko also deutlich zu groß.
  • Anleihen wie Pfandbriefe: Bei Pfandbriefen handelt es sich um Anleihen, die die Banken mit den zu finanzierenden oder eigenen Immobilien absichern. Die Bank erhält von den Anlegern also eine bestimmte Geldsumme und verzinst diese jährlich. Dabei sind die Laufzeiten oft sehr lang und decken sich so mit denen der Baufinanzierung. Über diesen Zeitraum hinweg erhält die Bank von Ihnen als Baufinanzierungsnehmer den vereinbarten Zinssatz und gibt diesen bis auf die eigene Marge an die Anleger weiter. Da Pfandbriefe selbst bei einer Bankeninsolvenz noch beim Anleger verbleiben, sind diese als sichere Geldanlage einzustufen.

Die große Mehrzahl der Baufinanzierungen wird heute über Pfandbriefe abgesichert, da diese fast nur Vorteile bringen und gut kalkulierbar sind.

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2. Schritt: Die Bank legt einen Zinssatz für die Pfandbriefe fest
Damit die Pfandbriefe einer Bank von den Anlegern nachgefragt werden, müssen die Zinskonditionen für diese attraktiv genug sein. Um hier sinnvolle Ergebnisse zu erzielen, orientieren sich die Banken im Normalfall an den Empfehlungen der Deutschen Girozentrale. Diese wiederum schaut sich die Zinssätze für 10-jährige Staatsanleihen an und legt den Zinssatz entsprechend fest. Die Rendite der sicheren Staatsanleihen gilt dabei als guter Indikator für die Zinsen, zu denen Anleger bereit sind, auf solcherlei Anleihen zu setzen. Daraus ergibt sich dieser Zusammenhang:

steigende Zinsen für Staatsanleihen ->steigende Zinsen für Pfandbriefe
sinkende Zinsen für Staatsanleihen -> sinkende Zinsen für Pfandbriefe

3. Schritt: Die Bank legt den Zinssatz für die Baufinanzierung fest
Die Zinssätze für Pfandbriefe sind also die Kosten, die eine Bank für die Kapitalbeschaffung bei einer Baufinanzierung tragen muss. Da Banken und Versicherungen mit einer solchen Finanzierung natürlich Gewinne erzielen möchten, schlagen sie noch ihre Gewinnmarge auf den Zinssatz auf. Darüber hinaus können die individuellen Zinssätze im Einzelfall noch durch die jeweiligen Gegebenheiten verändert werden. Somit lässt sich für die Bauzinsen also folgender Zusammenhang ableiten:

Zinssatz = Pfandbrief-Zinsen + Gewinnmarge der Bank + individuelle Kreditrisiken

Aus der Refinanzierungspraxis der Banken für Baukredite können Sie also erkennen, dass das Zinsniveau auf dem Markt für Baufinanzierungen vor allem von folgenden Kenngrößen abhängt:

  • Nachfrage nach Staatsanleihen und deren Zinssatz
  • Nachfrage nach Pfandbriefen und deren Zinssatz

Hinweis: Oft wird der EZB-Leitzinssatz als Einflussfaktor auf das Zinsniveau von Baufinanzierungen genannt. Da Banken ihre Baukredite jedoch kaum über EZB-Darlehen finanzieren, existiert kein direkter Zusammenhang. Niedrige Leitzinsen können lediglich indirekt für eine Senkung der Bauzinsen sorgen, wenn Anleger statt auf Termingelder lieber auf Anleihen wie Pfandbriefe bauen. In diesem Fall würde der Kurs der Pfandbriefe steigen und die Zinsen damit sinken. Da dies aber häufig schon bei einer Zinsankündigung und nicht erst, nachdem die Leitzinssenkung vollzogen wurde, passiert, hat der tatsächliche Zinsschritt der EZB später kaum noch Auswirkungen.

Welche Faktoren beeinflussen die Bauzinsen

Individuelle Einflussfaktoren – so entsteht Ihr persönlicher Bauzinssatz

Zusätzlich zu den Rahmenbedingungen auf dem Markt für Baufinanzierungen hängen die Bauzinsen auch von den persönlichen Gegebenheiten ab. Dabei existieren sehr viele individuelle Aspekte, die sich auf Ihren persönlichen Zinssatz beim Baukredit auswirken können:

1. Die Wahl des Kreditgebers
Unabhängig von der allgemeinen Marktlage differieren die Zinssätze für Baufinanzierungen bei den einzelnen Banken mitunter deutlich. Dies kann an unterschiedlich kalkulierten Gewinnmargen oder leicht abgewandelten Risikobewertungen liegen. Als Interessent sollten Sie sich deshalb immer verschiedene Angebote anschauen, um letztlich den Immobilienkredit mit den günstigsten Bauzinsen zu finden. Ein Bauzinsrechner kann hierbei gute Dienste leisten und den Markt sondieren. Wie groß die zusätzlichen Kosten schon bei kleinen Zinsdifferenzen ausfallen können, soll ein Beispiel zeigen:

Beispielrechnung für die Kosteneinsparung bei kleinen Zinsunterschieden

Darlehen A Darlehen B
Kreditsumme 150.000,00 Euro 150.000,00 Euro
Gebundener Sollzins 2,20% p.a. 1,50% p.a.
Anfängliche Tilgung 3,00% 3,70%
Rate 650,00 Euro 650,00 Euro
Laufzeit 20 Jahre 20 Jahre
Restschuld nach 20 Jahren 37.074,00 Euro 20.645,00 Euro
Zinskosten gesamt 43.074,00 Euro 26.645,00 Euro
Zinsersparnis 0,00 Euro 16.429,00 Euro

Die Ersparnis fällt mit über 16.000 Euro in 20 Jahren sehr deutlich aus und dadurch, dass der Zins niedriger liegt, kann bei gleicher Rate mehr getilgt werden. Somit sinkt die Restschuld schneller und die Zinsersparnis erhöht sich weiter.

2. Eigenkapital und Beleihungsauslauf
Die Vergabe einer Baufinanzierung stellt für die Bank stets ein Risiko dar, welches sie durch Pfandbriefe zudem absichern muss. Im Gegenzug verlangt das Kreditinstitut bei der Darlehensvergabe eine Sicherheit von Ihnen als Kreditnehmer. Dabei handelt es sich im Normalfall um eine Grundschuld, die ins Grundbuch der Immobilie eingetragen wird. Sollten Sie Ihr Darlehen irgendwann nicht mehr bedienen können, steht der Bank der Weg der Zwangsversteigerung offen, um ihre Außenstände auszugleichen. Doch dies funktioniert nur, wenn letztlich auch ein Verkaufspreis erzielt werden kann, der die Darlehensschuld auch annähernd deckt.

Um das Finanzierungsrisiko in Grenzen zu halten, deshalb legen Banken eine Beleihungsgrenze fest, die gleichzeitig das Maximum für eine zu gewährende Kreditsumme darstellen. Die Berechnung erfolgt dabei folgendermaßen:

Begriff Berechnung Erklärung
Beleihungswert Mittels Sachwert-, Ertragswert- oder Vergleichswertverfahren Der Beleihungswert stellt den Wert dar, der sich bei einem Verkauf der Immobilie auch über die Zeit relativ sicher erzielen lässt. Er liegt eigentlich immer unterhalb des Kaufpreises.
Beleihungsgrenze Beleihungswert abzüglich eines Risikoabschlags von 10-30% (je nach Bank) Höher als beim Annuitätendarlehen, da eine Tilgung erst zum Ende der Laufzeit erfolgt
Beleihungsauslauf (gesamte Darlehenssumme + bestehende Vorlasten) / Beleihungswert Der Quotient legt fest, zu wie viel Prozent die Immobilie auf einer soliden Basis beliehen wird.

Der Beleihungsauslauf ist letztlich die Kenngröße, die sich auf die Höhe der Zinsen auswirkt. Je niedriger die Beleihung, desto geringer das Ausfallrisiko der Baufinanzierung. Dies honorieren Kreditgeber mit günstigen Bauzinsen. Steigt die Beleihung über 80%, lässt die Bank sich dies mit einem deutlichen Zinsaufschlag bezahlen. Somit ist ein gewisses Maß an Eigenkapital also sinnvoll und fast immer auch erforderlich. Es werden zwar auch Baufinanzierungen ohne Eigenkapital angeboten, jedoch sorgen strenge Voraussetzungen und schwere finanzielle Konsequenzen beim Kreditausfall dafür, dass solche Finanzierungen nur in Ausnahmefällen möglich und geeignet sind.
Als Faustformel lässt sich festhalten, dass mindestens 20-30% Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden sollte. Können Sie sogar mehr aufbringen, lassen sich Ihre individuellen Bauzinsen weiter drücken. Grob festhalten lassen sich jedoch vor allem folgende Zinsstufen:

Beleihungsauslauf bis max. 60% -> besonders günstige Bauzinsen
Beleihungsauslauf bis max. 80% -> günstige Bauzinsen
Beleihungsauslauf über 80% -> deutliche Zinsaufschläge

3. Ihre persönliche Bonität
Wie bei jeder Kreditvergabe prüfen die Kreditgeber auch bei einer Baufinanzierung Ihre persönliche Bonität. Da es sich bei einem Baukredit um ein deutlich größeres Finanzierungsvorhaben als bei einem Konsumkredit handelt, fällt diese Prüfung sehr detailliert aus. Eine eher schlechte Bonität steigert das Risiko eines Kreditausfalls, und dies belegen die Banken mit Aufschlägen auf die Bauzinsen. Bei zu starken Mängeln wird der Baukredit letztlich sogar verweigert. Die persönliche Bonität setzt sich aus verschiedenen Teilaspekten zusammen:

Erfahrungswerte Finanzielle Möglichkeiten Persönliche Merkmale
– Merkmale bei der SCHUFA und anderen Auskunfteien
– Scoring
– Daten aus öffentlichen Schuldner-verzeichnissen
– Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
– Vermögen und Schulden
– Liquide Mittel
– Weitere Sicherheiten
– Familienstand (Eheleute können zu zweit einen Baukredit aufnehmen)
– Beruf und Arbeitsplatzsicherheit
– Unterhaltsberechtigte Personen

Das Herzstück der Bonitätsprüfung besteht aus einer Bonitätsauskunft (oft bei der SCHUFA) und dem Check der finanziellen Möglichkeiten der Kreditnehmer. Dabei sind die einzelnen Aspekte unterschiedlich gewichtet:

  • Negative Einträge bei Auskunfteien: Oft werden negative SCHUFA-Einträge als K.o.-Kriterium für die Kreditvergabe angesehen. Wer bereits einen Kredit oder andere Rechnungen nicht ordnungsgemäß zurückgezahlt hat, wird nicht als kreditwürdig betrachtet.
  • Scoring: Das Scoring wird sowohl von Auskunfteien angeboten als auch von den Kreditgebern selbst durchgeführt. Hier fließen die Daten der SCHUFA-Auskunft sowie weitere Daten zu Ihren finanziellen Möglichkeiten ein.
  • Einkommens- und Vermögenssituation: Dieser Aspekt ist für die Höhe der Bauzinsen besonders wichtig. Zunächst prüft die Bank auf Basis Ihrer Angaben und Unterlagen, ob Sie finanziell in der Lage sind, das gewünschte Baudarlehen zu bedienen. Hierbei werden Ihre regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben einander gegenübergestellt, um die mögliche Kreditrate zu ermitteln. Zusätzlich nehmen Banken noch Sicherheitsabschläge vor und erkennen so, wie viel Sie auch bei leichten Schwierigkeiten sicher zahlen können. Darüber hinaus ist natürlich auch die Vermögenslage wichtig. Während Sie Vermögen als Eigenkapital einsetzen können, stellen weitere Schulden ein zusätzliches Risiko dar, welches Ihre individuellen Bauzinsen erhöhen kann.
  • Sicherheiten: Wenn Sie neben dem Eigenkapital und der zu kaufenden Immobilie weitere Sicherheiten bieten können, führt dies oft zu günstigeren Konditionen für Ihre Baufinanzierung. Ein gutes Beispiel stellt hierbei eine weitere bereits abgezahlte Immobilie dar, die für eine Grundschuld genutzt werden kann.
  • Familienstand: Der Familienstand ist vor allem deshalb interessant, weil zwei arbeitende Eheleute das Risiko bei einer Baufinanzierung auf mehrere Schultern verteilen können. Sinkt dadurch das Ausfallrisiko, beeinflusst dies auch die Bauzinsen positiv in Ihrem Sinne. Zusätzliche unterhaltsberechtigte Personen wie Kinder oder Ex-Ehepartner haben einen gegenteiligen Effekt, da dafür Geldmittel abfließen.
  • Beruf: Beim Beruf interessieren die Bank vor allem Aspekte wie die Einkommenssicherheit sowie eventuelle gesundheitliche Risiken. Während Beamte beispielsweise als unkündbar gelten, können Angestellte ihren Job verlieren. Aus diesem Grund erhalten Beamte oftmals besonders attraktive Bauzinsen. Bei Selbstständigen ist hingegen das Einkommen nicht konstant, sodass weitere Unsicherheiten bestehen, die Risikozuschläge beim Zinssatz zur Folge haben.

4. Die gewählte Zinsbindungsfrist
Die Zinsbindungsfrist beschreibt den Zeitraum, innerhalb dessen der vereinbarte Zinssatz konstant bleibt und das Darlehen nicht kündbar ist. Ihre Bauzinsen werden also während der Zinsbindung von der zukünftigen Marktsituation abgekoppelt. Banken lassen sich diese Planungssicherheit für Sie als Kreditnehmer mit einem Zinsaufschlag bezahlen. Während 10-jährige Zinsbindungen für die Banken leicht zu planen sind, ergeben sich bei Laufzeiten von 20-25 Jahren mitunter Risiken in der Absicherung. In einer Niedrigzinsphase können die Zinsaufschläge für lange Laufzeiten zudem deshalb höher ausfallen, weil den Banken bei späteren Anschlussfinanzierungen eventuell höhere Zinsen entgehen.

  • Stiftung Warentest - Finanztest. Im Test 21 Baufinanzierer. Dr. Klein belegte den 3. Platz mit der Note 2,2 (gut). Ausgabe März 2017

    Stiftung Warentest – Finanztest 2017

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Hinweis: Gerade in Niedrigzinsphasen lohnt es sich jedoch, auf längere Zinsbindungen zu setzen. Die Zinsen können kaum noch weiter sinken und Sie sichern sich somit gegen Zinssteigerungen in der Zukunft ab. Darüber hinaus ist es ab einer Zinsbindungsfrist von 10 Jahren laut § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB auf jeden Fall möglich, das Darlehen außerordentlich mit einer Frist von 6 Monaten zu kündigen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird hier nicht fällig.

Gewünschte Immobilie kaufen

5. Die gewünschte Immobilie
Auch Ihre gewählte Immobilie kann einen Einfluss auf die Bauzinsen haben. Dabei geht es vor allem um zwei wichtige Aspekte:

  • Art der Nutzung: Wenn Sie eine Immobilie als Eigenheim erwerben, gehen die Banken von einer besonderen Identifizierung mit dem Objekt aus. Der Kreditnehmer gilt bei einer selbst genutzten Immobilie im Regelfall also als besonders bemüht, die Immobilie zu pflegen und instand zu halten. Darüber hinaus wird unterstellt, dass jemand sein selbst bewohntes Zuhause auf keinen Fall verlieren möchte. Diese besondere Bindung wird mit günstigeren Bauzinsen bedacht als Renditeobjekte, die nur zur Generierung von Mieteinnahmen gekauft werden.
  • Lage der Immobilie: Die Lage einer Immobilie ist vor allem bei der Berechnung des Beleihungswertes sehr wichtig. Steht das Objekt in einer Region mit geringer Nachfrage, muss der Verkehrswert niedriger angesetzt werden. Schließlich lässt sich die Immobilie bei einem Kreditausfall schwerer verkaufen, und es kann oft nur ein deutlich geringerer Preis erzielt werden. Mit einem geringeren Beleihungswert steigt jedoch der Beleihungsauslauf und damit auch der Zinssatz für Ihre Baufinanzierung. Darüber hinaus gibt es zudem Regionen mit erhöhtem Kreditausfallrisiko – auch dieses wird in die Bauzinsen eingepreist.

6. Besonderheiten Ihrer Baufinanzierung
Interessieren Sie sich bei Ihrem Immobilienkredit für besondere Leistungsmerkmale, kann dies die Bauzinsen durchaus erhöhen. Dazu gehören mitunter folgende besondere Vereinbarungen:

  • Sondertilgungen
  • Auszahlung des Darlehens in mehreren Tranchen (wie bei Neubauprojekten üblich)
  • Verlängerung der Bereitstellungsdauer

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Wenn Sie den Mechanismus der Bauzinsen verstehen, ist es für Sie wesentlich einfacher, gute Konditionen für sich herausholen. Neben der allgemeinen Marktlage spielen nämlich auch viele individuelle Aspekte eine wichtige Rolle bei den Bauzinsen. Mit einer guten Bonität, ausreichend Eigenkapital sowie einer ansprechenden Immobilie schaffen Sie bereits gute Voraussetzungen für eine günstige Baufinanzierung. Darüber hinaus können Sie mit einem Bauzinsrechner schnell einen Kreditanbieter finden, der die passenden Leistungsmerkmale zu verhältnismäßig günstigen Zinsen findet. Nutzen auch Sie diese Chance und sparen Sie bei Ihrer Immobilienfinanzierung bares Geld!

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