Baufinanzierungsbegriffe – Buchstabe W

Wegerecht

Ein Wegerecht räumt einem Dritten das Recht ein, über ein bestimmtes Grundstück zu gehen oder zu fahren. In der Praxis ist ein solches Wegerecht immer dann wichtig, wenn das Gebäude des Rechteinhabers auf anderem Weg nicht sinnvoll zu erreichen ist. Als Grunddienstbarkeit wird das Wegerecht ins Grundbuch des Grundstücks eingetragen, welches in diesem Fall den „Nachteil“ in Kauf nehmen muss. Nicht selten macht auch der Staat entsprechende Wegerechte geltend, wenn es darum geht, einen Parkplatz für einen Dritten bereitzuhalten. Dies geschieht in einigen Bundesländern aus Erschließungsgründen für Hinterliegergrundstücke. In diesem Fall handelt es sich um eine Baulast, die nicht im Grundbuch, sondern im Baulastenverzeichnis einer Immobilie eingetragen wird.

Wertermittlung

Die Wertermittlung einer Immobilie ist immer dann interessant, wenn diese verkauft oder beliehen werden soll. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Während das Vergleichswertverfahren auf Vergleichspreise gleichartiger Immobilien setzt, basiert das Sachwertverfahren auf den Herstellungskosten des Gebäudes sowie dem Bodenwert der Immobilie. Ein weiteres Verfahren zur Wertermittlung ist das sogenannte Ertragswertverfahren. Hierbei wird die potenziell mögliche Marktmiete herangezogen, die eine Immobilie erzielen kann. Das Ertragswertverfahren kommt deshalb hauptsächlich bei Renditeobjekten zum Einsatz, die zum Zweck der Vermietung gekauft werden. Zur Wertermittlung im Zuge der Beleihung wird übrigens nicht der Verkehrswert (aktueller Kaufpreis), sondern der Beleihungswert herangezogen. Hier erfolgen meist Preisabschläge, weil der Beleihungswert den Geldbetrag darstellt, der sich langfristig mit einem Verkauf der Immobilie erzielen ließe. Kurzfristige Marktschwankungen werden dabei herausgerechnet.

Wirtschaftsauskunftei

Eine Wirtschaftsauskunftei kommt bei Immobilienfinanzierungen zum Einsatz. Banken und andere Kreditgeber prüfen die Bonität potenzieller Kreditnehmer bei Auskunfteien wie etwa der SCHUFA. Im Gegenzug übermitteln sie Daten an die Auskunfteien über Vertragsabschlüsse und Zahlungsschwierigkeiten. Dies erlaubt Finanzierungsanbietern und anderen Unternehmen, mit Privatpersonen und auch anderen Unternehmen sicherer Geschäfte zu machen. Die Speicherung sowie Übermittlung der Daten erfolgt dabei im Einklang mit dem Bundesdatenschutzgesetz und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Wohngebäudeversicherung

Eine Wohngebäudeversicherung gehört heute zum Standardversicherungsschutz von Immobilieneigentümern. In der Police werden normalerweise die Gefahren Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel abgesichert. Auch wenn sich alle Gefahren theoretisch einzeln versichern ließen, werden die Leistungen häufig in Kombination angeboten. Darüber hinaus sind auch noch weitere Versicherungsfalle möglich. Viele Versicherungsgesellschaften bieten beispielsweise einen Schutz gegen Elementarschäden wie etwa Überschwemmungen, Erdbeben sowie Erdrutsche an. So kann sich der Eigentümer je nach Region und zu erwartenden Gefahren seine Versicherungspolice zusammenstellen.

Wohnrecht

Ein dingliches Wohnrecht erlaubt einer Person, eine Immobilie teilweise oder ganz zu bewohnen, ohne deren Eigentümer zu sein. Das Wohnrecht kann entweder zeitlich begrenzt oder lebenslang ausfallen. In der Praxis wird das dingliche Wohnrecht häufig gewählt, wenn Immobilieneigentümer ihren Erben die Immobilie vorzeitig übertragen möchten, um Erbschaftssteuer zu sparen. Alternativ ginge dies auch über einen Nießbrauch, bei dem der Nießbrauchberechtigte auch andere Personen in der Immobilie wohnen lassen und die Miete erhalten könnte.

Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Förderung, die beim Vermögensaufbau für wohnwirtschaftliche Zwecke helfen soll. Ab einem Alter von 16 Jahren können Sparer diese Prämie beantragen, die 8,8 Prozent auf die jährliche Sparleistung beträgt. Da jedoch maximal eine jährliche Sparrate von 512 Euro gefördert wird, liegt die Höchstförderung bei 45 Euro pro Jahr (Ehepaare: 90 Euro pro Jahr). Die Förderung lässt sich gut beim Besparen eines Bausparvertrags einsetzen, ist jedoch an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden. Einzelpersonen erhalten die Wohnungsbauprämie bis zu einem Jahreseinkommen von 25.600 Euro (Ehepaare: 51.200 Euro pro Jahr). Wird das Geld später nicht für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet (Bau, Kauf oder Modernisierung einer Immobilie), muss die staatliche Förderung zurückgezahlt werden. Einzig Personen unter 25 Jahren können die staatlichen Förderungen auch anderweitig nutzen.

Wohnungsfinanzierung

Die Wohnungsfinanzierung ist eine Form der Immobilienfinanzierung. Hierbei wird jedoch kein Haus erworben, sondern eine Eigentumswohnung. An der Konstruktion des Kredits ändert dies nichts, denn auch Wohnungskredite sind ganz herkömmliche Annuitätendarlehen. Unterschiede existieren vor allem in Bezug auf die Unterlagen für die Finanzierung. So wird eine Teilungserklärung benötigt, die genau aufzeigt, welche Anteile der Immobilie Gemeinschaftseigentum sind und welche den einzelnen Wohnungsbesitzern gehören. Darüber hinaus sind in vielen Fällen die Preise für eine Wohnung niedriger als für ein komplettes Haus.

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